Nach 57 Jahren ist Schluss

Wie kaum ein anderer hat der frühere Kreishandwerksmeister und Elektro-Obermeister Gerd Peters das Ehrenamt über Jahrzehnte geprägt, zuletzt als Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf. Bei der Vollversammlung der Kammer am 22. April ist der 82-Jahrige nun nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Die Versammlung ernannte ihn zum Ehrenvizepräsidenten, und Kammerpräsident Andreas Ehlert überreichte ihm den seltenen goldenen Ehrenring der HWK.

Bereits als 26-jähriger Angestellter im elterlichen Betrieb, der Elektro Hans Peters GmbH, begann Gerd Peters sein Engagement. Er wirkte zunächst im 
Prüfungsausschuss mit, dessen Vorsitz er später übernahm, dann als Lehrlingswart der Elektro-Innung und von 1987 bis 2009 als deren Obermeister, nachdem er 1984 das Familienunternehmen mit seiner Frau Karin übernommen hatte. 
19 Jahre (bis 2011) war der Elektroinstallateur-Meister und öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige zudem Vorstandsmitglied des Elektro-Fachverbands NRW, davon 16 Jahre zugleich Verhandlungsführer bei Tarifverhandlungen. Seit 2001 trug Peters zudem Vorstandsverantwortung für die Berufsgenossenschaft Energie-Textil-Elektro-
Medienerzeugnisse. Zwischen 2004 und 2011 hatte der 
Rüttenscheider als Vizepräsident des Zentralverbands der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke auch bundesweit Führungsverantwortung, davon sechs Jahre als Vorsitzender des tarif- und sozialpolitischen Ausschusses.

Mehrere Tage pro Woche Ehrenamt
2009 wählte ihn die Obermeisterversammlung der KH Essen zum Kreishandwerksmeister. Dieses Amt übte Peters bis zu seiner Wahl zum Vizepräsidenten der Handwerkskammer Düsseldorf im April 2016 aus. Zeitweise mehrere Arbeitstage pro Woche widmete er zu Hochzeiten dem Ehrenamt. Es sei ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt worden; auch sein Vater Hans war Lehrlingswart und Obermeister seiner Innung, berichtet Peters. Entscheidend war aber etwas Anderes: „Ich konnte Einfluss nehmen auf Dinge, die mich und die anderen Betriebe direkt betrafen, etwa in der Tarifkommission“, so Peters. „Und ich bin durch die Ehrenämter reifer und entscheidungsfähiger geworden.“ Nun, nach 57 Jahren, sei aber Schluss. Der passionierte Jäger wolle 
wieder mehr Zeit seinem Hobby widmen und mit seiner Frau noch die eine oder andere Reise unternehmen.

Höchste Auszeichnung der Kammer
Gerd Peters´ Einsatz und Erfolge als führender Verantwortungsträger in der Handwerksorganisation honorierte die HWK bereits 2019 mit dem Goldenen Ehrenzeichen. „Für uns ist völlig klar“, so Kammerpräsident Andreas Ehlert: „Gerd Peters’ Wirken verdient eine besondere Würdigung, die 
das Übliche übersteigt: Die Ernennung zum Ehrenvizepräsidenten dieser Kammer, und darüber hinaus die höchste 
Anerkennung der Handwerkskammer überhaupt: die 
Auszeichnung mit dem Goldenen Ehrenring.“
Auch Kreishandwerksmeister Martin van Beek findet lobende Worte: „Gerd Peters ist ein Vorzeigeunternehmer und -Handwerker, wie man sich ihn nur wünschen kann.
Er steht gleichermaßen für wirtschaftlichen Erfolg und 
soziale Verantwortung, für handwerkliche Qualität und ehrenamtliches Engagement in der Selbstverwaltung und 
für die duale Ausbildung. Vor allem aber ist er dabei immer Mensch geblieben – und für das Handwerk ein besonders wertvoller.“

Text: Jörn-Jakob Surkemper
Bild: Kerstin Bögeholz

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