Handwerk trifft Zukunft: 2. Handwerkspolitisches Forum stellte Ausbildung in den Fokus

Wie gewinnt man in Zeiten des Fachkräftemangels die Handwerkerinnen und Handwerker von morgen?

Unter dem Titel „Zukunftsfaktor Ausbildung“ lud die Kreishandwerkerschaft Essen am 23. April 2026 zum 2. Handwerkspolitischen Forum in das Haus des Handwerks ein. Im Zentrum der Debatte standen innovative Rekrutierungswege, die Digitalisierung der Lehre und die Auffrischung des Branchenimages.

Abkehr von klassischen Stellenanzeigen

Den Auftakt der Veranstaltung machte die Social-Media-Expertin und „Influencerin des Handwerks“, Anna Sänger (monoista).

In ihrem provokanten Impulsvortrag „Nachwuchs gewinnt man nicht mit Stellenanzeigen!“ machte sie deutlich, dass Betriebe dort präsent sein müssen, wo sich die Jugend aufhält. Frau Sänger betonte, dass authentische Einblicke in den Arbeitsalltag und eine direkte Ansprache über soziale Netzwerke heute wichtiger seien als formale Inserate.

Das Handwerk müsse seine Leidenschaft digital erlebbar machen, um Relevanz bei der „Generation Z“ zu erlangen.

Podiumsdiskussion zur dualen Ausbildung

Unter der Moderation von Hauptgeschäftsführer Martin Weber diskutierte eine hochkarätig besetzte Expertenrunde über die strategische Neuausrichtung der handwerklichen Ausbildung. Neben Anna Sänger formulierten Prof. Dr. Nicolai Krüger (HSPV/pitchnext), Jörg Gleißner (Schulleiter am Heinz-Nixdorf Berufskolleg und Christian Schwarz (Geschäftsführer schüngelscharz GmbH) ihre Positionen zu aktuellen Entwicklungen im Ausbildungsmarkt. 

Christian Schwarz beleuchtete als Initiator der Ausbildungsoffensive die Bedeutung proaktiver Berufsinformation. Er machte deutlich, dass das Handwerk seine Stärken hinsichtlich einer Berufs- und Karrierewahl klarer ausspielen müsse. Jörg Gleißner vertrat die Perspektive der schulischen Ausbildung und die Notwendigkeit einer engen Verzahnung von Theorie und Praxis. Gleichzeitig richtete er einen deutlichen Appell zur notwendigen Modernisierung der Berufskollegs und ihrer strategischen Ausrichtung. Prof. Dr. Nicolai Krüger brachte die technologische Komponente ein und erläuterte, wie Künstliche Intelligenz und Digitalisierung das Berufsbild und die Ausbildungsinhalte bereits heute transformieren. Sein Resümee glich einer Aufforderung, sich dem technischen Fortschritt mit all seinen Chancen nicht zu verschließen. Anna Sänger hob hervor, dass es gerade in der heutigen Zeit wichtig sei, das Handwerk als zukunftsfähige Wirtschaftsbranche hervorzuheben. Klimaschutz, Aufstiegschancen und moderne Technologie bilden eine attraktive Komponente des Handwerks.

Ein starkes Signal für den Standort Essen

Kreishandwerksmeister Martin van Beek, der die Gäste begrüßte, zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Die Ausbildung ist das Fundament unserer Betriebe. Wir müssen den Mut haben, neue Wege zu gehen – sei es durch den Einsatz moderner Technologien oder eine zeitgemäße Kommunikation.“ Die Veranstaltung endete mit einem intensiven Austausch beim anschließenden Netzwerken, bei dem Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bildung die diskutierten Impulse vertieften.

Über das Handwerkspolitische Forum

Das Handwerkspolitische Forum der Kreishandwerkerschaft Essen vernetzt Entscheiderinnen und Entscheider aus Handwerk, Politik und Wirtschaft. Ziel des Formats ist es, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren, Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsame Impulse für die Zukunft des Handwerks zu setzen.

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