Die Entscheidung der Ratsfraktionen von CDU und SPD, am Standort Kupferdreh eine Gesamtschule statt des angedachten Berufskollegs zu realisieren, sorgt im Essener Handwerk für Gesprächsbedarf. Die Kreishandwerkerschaft Essen nimmt die veränderten Planungen mit großem Interesse zur Kenntnis und betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Bildungsstrategie für die Stadt.
Verständnis für Schulplatzbedarf – Fokus auf Gleichwertigkeit
„Wir verkennen nicht, dass der Bedarf an Gesamtschulplätzen im Essener Süden groß ist und die Politik hier unter Handlungsdruck steht“, erklärt Martin van Beek, Essens Kreishandwerksmeister. „Als konstruktive Partner der Essener Kommunalpolitik schätzen wir den langjährigen Austausch und wissen, dass beiden Seiten die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt am Herzen liegt. Dennoch dürfen wir die berufliche Bildung bei der Lösung dieses Engpasses nicht aus den Augen verlieren.“

Das Handwerk erinnert in diesem Zusammenhang an das politische Versprechen der Gleichstellung von akademischer und beruflicher Bildung. Ein modernes Berufskolleg ist mehr als nur ein Schulgebäude – es ist die Werkstatt der Fachkräfte von morgen.
Forderung nach einem „Zukunftskonzept Berufskolleg“
Damit der Verzicht auf den Standort Kupferdreh nicht zu einem dauerhaften Nachteil für die duale Ausbildung wird, fordert die Kreishandwerkerschaft nun zeitnah einen konkreten Alternativplan.
Stadtverwaltung und Politik sind aufgerufen, schnellstmöglich einen Ersatzstandort zu präsentieren, der die Anforderungen an ein modernes Kompetenzzentrum erfüllt. Ein neues Berufskolleg muss dabei modernsten Standards entsprechen – von der digitalen Ausstattung bis hin zur energetischen Bauweise. Nur in einem attraktiven Umfeld können wir junge Menschen nachhaltig für handwerkliche Berufe begeistern. Die Kreishandwerkerschaft bietet ihre Expertise an, um bei der Konzeption des neuen Standorts eng mitzuwirken. Ziel muss eine Infrastruktur sein, die den Anforderungen der Wirtschaft und der Auszubildenden gleichermaßen gerecht wird.
Partner für die Stadtentwicklung
„Wir sehen uns als Partner der Stadt und der Politik“, so van Beek weiter. „Gerade weil wir seit Jahren konstruktiv zusammenarbeiten, sind wir zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine Lösung finden, die sowohl den Bedarf an allgemeinbildenden Schulen deckt als auch ein starkes Signal für die berufliche Bildung sendet. Wir brauchen jetzt eine verbindliche Perspektive, damit die Gleichwertigkeit von Master und Meister in Essen keine leere Formel bleibt, sondern in Beton und modernste Technik gegossen wird.“







