Effizienz bleibt die Schlüsselqualität


Es ist die Leitmesse für die SHK- und Elektrogewerke in NRW: Alle zwei Jahre treffen Hersteller und Handwerk, Architekten, Bauherrren und andere Immobilienprofis bei der SHK+E in der Messe aufeinander. Vom 17. bis 20. März 2026 werden erneut Tausende Fachbesucher erwartet. Heiß diskutiert werden dürften diesmal die Eckpunkte des neuen Gebäudemodernisierungsgesetz werden, die von der Bundesregierung Ende Februar vorgestellt wurden. „Gut, dass die Eckpunkte nun auf dem Tisch liegen“, sagt Ulrich Grommes, Landesinnungsmeister des Fachverbandes SHK NRW. „Klar ist auch: Die Wärmepumpe bleibt die Marschroute. Mehr technologischer Spielraum hilft uns dort, wo er im Bestand oder für Übergangslösungen wirklich sinnvoll ist“, so Grommes. 

Als Ersatz für das ungeliebte „Heizungsgesetz“ der Ampel-Koalition hatte die Bundesregierung am 25. Februar Eckpunkte des neuen „Gebäudeenergiegesetzes“ vorgelegt – und durchaus Anerkennung der Branche erhalten: Der Fachverband SHK lobte den Entwurf als „Schritt hin zu mehr Praxisnähe, weniger Bürokratie und größerer Umsetzbarkeit in der Heizungsmodernisierung“, da die Pflicht zum Anteil von 65% Erneuerbaren bei neuen Heizsystemen ersatzlos entfällt. Beim  Heizungstausch soll künftig wieder grundsätzliche Technologieoffenheit gelten, denn neben Wärmepumpen, Fernwärme und hybriden Anlagen dürfen auch weiterhin Öl- oder Gasheizungen eingebaut werden.
Fragen  werfen allerdings die im  neuen  Gesetz vorgesehenen Regelungen zum Klimaschutz auf: So müssen alle neuen Gasheizungen ab 2029 mit einem wachsenden  Anteil CO2-neutraler Brennstoffe wie Biomethan und synthetischem Brennstoff betrieben werden. Die „Grüngasquote“ soll von 10 Prozent bis zum Jahr 2040 schrittweise weiter anstiegen. Die Vorgaben dieser „Bio-Treppe“ werden daher einen weiteren Anstieg der Wärmekosten für Gas- und Ölheizungen bewirken. 

Wärmepumpen stark im Plus 
Ist ein neuer Run auf klassische Gas- und Ölheizungen zu erwarten? Der Absatz ist auf einen Tiefpunkt gefallen:

• Bei Gas-Heizkesseln sank 2025 der Absatz um 33 % auf 276.500 Geräte.

• Bei Öl-Heizkesseln ist der Absatz um 74 % auf 22.500 Geräte eingebrochen.

Heizungs-Wärmepumpen haben  mit 299.000 Geräten und einem Plus von 55 % die Spitzenposition übernommen.

• Der Einsatz von Biomasse-Heizkesseln legte um 21 % auf 29.000 Geräte zu.

Stabile Förderkulisse nötig
Entscheidend für die künftige Marktentwicklung dürfte sein, wie die künftige Förderkulisse konkret ausgestaltet wird. Hier hat die Bundesregierung eine „auskömmliche Fortführung der Förderung“ bis zum  Jahr 2029 in Aussicht gestellt. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben bereits verstanden, welche wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken mit dem Betrieb fossiler Heizungen verbunden sind. Allerdings muss der Wille zur erneuerbaren Wärmeversorgung weiter durch eine verlässliche Heizungsförderung unterstützt werden, um die positive Marktdynamik fortzuführen“, sagte Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpen.


Strommanagement mit Smart Meter & dynamischen Tarifen

Seit 2025 haben alle Haushalte das Recht auf die Installation eines Smart Meters. Welches Potenzial haben die Geräte? 

Die intelligenten Zähler helfen dabei, den Energieverbrauch effizienter zu steuern und die Energiewende voranzutreiben. Für Haushalte und Unternehmen ist die Umstellung auf Smart Meter eine Gelegenheit, den eigenen Energieverbrauch aktiv zu gestalten und zur nachhaltigen Nutzung von Energie beizutragen. Für einige Haushalte ist die Installation von Smart Metern durch die Messstellen-Betreiber bereits Pflicht, wenn:
• der Jahresstromverbrauch zwischen 6.000 und 100.000 kWh beträgt
• eine PV-Anlage mit Nennleistung von mehr als 7 kW installiert wurde
• Verbraucher wie Wärmepumpe oder Ladestation vorhanden sind, die für den Netzbetreiber steuerbar sein muss.

Sparen mit dynamischen Stromtarifen
Noch klingt es wenig vertraut, aber: Vom Grundsatz können künftig auch private Haushalte ihren Strom dann einkaufen, wenn er besonders günstig ist. Die gesetzliche Voraussetzung  ist geschaffen:  Seit 2025  müssen alle Energieversorger dynamische Stromtarife anbieten. So können Verbraucher zusätzlich an der Energiewende teilhaben und von günstigen Strompreisen an der Börse profitieren. Indem Verbraucher ihren Stromverbrauch an günstige Tageszeiten anpassen, können sie Geld sparen, da die Preise zum Teil sehr stark schwanken:

Niedrigpreisphase: Wenn viel Strom produziert wird (z.B. mittags oder in windigen Nächten), sinken die Preise stark. Dann sind Strompreise im Bereich von 10–15 Cent/kWh (brutto) keine Seltenheit.
Negativpreise: In Phasen extremer Überproduktion kann der Börsenstrompreis sogar negativ werden. Für Endkunden bedeutet dies, dass sie theoretisch für Stromverbrauch bezahlt werden, auch wenn Netzentgelte und Abgaben dies oft dämpfen.
Hochpreisphase: Bei hoher Nachfrage (morgens/abends) oder geringer Erzeugung können die Preise deutlich über das Niveau von Festpreisverträgen steigen. Spitzen liegen bei über 50 Cent/kWh oder in Extremfällen (wie im Dez. 2024) über 1 Euro/kWh. 

Damit die dynamischen Stromtarife genutzt werden können, sind fast immer Installationen durch das Elektro-Fachhandwerk erforderlich: So sind für den Einbau des neuen Smart Meter am Zählerschrank oft Änderungen vorzunehmen. Zu erwarten ist, dass Interessierte die Integration eines Energiemanagementsystems wünschen, das ihnen als zukunftsorientierte Lösungen weitere Energiesparmöglichkeiten bietet. Bei tendenziell weiter steigenden Strompreisen öffnet sich hier ein weiteres Geschäftsfeld für das Elektrohandwerk. 


Sanitär-Hub für Fachvorträge

Der neue Sanitär-Hub in Halle 7 zeigt Messeneuheiten der Markenindustrie und rückt zentrale Zukunftsthemen aus dem Sanitärbereich in  kompakten 20-Minuten -Präsentationen in den Fokus – darunter intelligente und anwenderfreundlichen Installationslösungen sowie vereinfachte Montageprozesse und  die neuen Trinkwassernormen. Weiter geht es am Mittwoch mit Dach- und Fassadenbegrünung sowie Konzepte zur Wasserwiederverwendung. auf dem Programm.

www.shke-essen.de

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