125 Jahre Kreishandwerkerschaft Essen:
Über ein Jahrhundert Tradition trifft auf die digitale Zukunft

Mit einem feierlichen Festempfang beging die Kreishandwerkerschaft Essen in der vergangenen Woche ihr 125-jähriges Bestehen.

Im Haus des Handwerks an der Katzenbruchstraße versammelten sich zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft, um das Jubiläum einer Institution zu feiern, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 1901 vom regionalen Interessenvertreter zum modernen Innovations-Hub entwickelt hat.

Ein starkes Signal für den Standort Essen

Der Festabend wurde durch Grußworte hochrangiger Gäste begleitet, darunter Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, Regierungspräsident Thomas Schürmann sowie HWK-Präsident Andreas Ehlert. In den Reden wurde die Bedeutung des Handwerks als „Rückgrat der Gesellschaft“ und krisenfester Anker in Zeiten des Wandels hervorgehoben.

Innovation als DNA: Von der Werkstatt zur KI

Kreishandwerksmeister Martin van Beek, der das Essener Handwerk seit 2016 führt, blickte in seiner Ansprache auf die Meilensteine der Geschichte zurück – von der Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum mutigen Bau des heutigen Bildungszentrums in den 1970er-Jahren. Er betonte jedoch: „Die Liebe zum Handwerk ist über all die Jahrzehnte gleich geblieben. Doch heute müssen wir schneller und flexibler auf die Anforderungen des Marktes reagieren“.

Hauptgeschäftsführer Martin Weber verdeutlichte den Wandel der KH hin zum modernen Dienstleister:
Mit dem Portal LokalesHandwerk.de hat die Kreishandwerkerschaft Essen als digitaler Vorreiter einen bundesweiten Leuchtturm für die Sichtbarkeit von Innungsbetrieben geschaffen und arbeitet im Projekt GreenCraft gemeinsam mit Fraunhofer-Instituten und weiteren Partnern daran, die Erstberatung u.a. für Photovoltaik und Wärmepumpen mittels Künstlicher Intelligenz zu modernisieren. Darüber hinaus ist die Kreishandwerkerschaft mit der Klima-Akademie als erste Handwerksorganisation überhaupt VDI-zertifizierter Schulungsstandort für Wärmepumpentechnik.

Herausforderungen und Zukunftsvisionen

Trotz der Erfolge nutzten die Vertreter des Essener Handwerks den Anlass für einen Appell an die Politik. Besonders der grassierende Fachkräftemangel, die überbordende Bürokratie und die Sicherung der Unternehmensnachfolge seien zentrale Aufgaben der kommenden Jahre. „Wir müssen die duale Ausbildung stärken und unser Haus konsequent weiter modernisieren, um im Wettbewerb mit der akademischen Bildung bestehen zu können“, so van Beek.

Zum Abschluss des offiziellen Teils dankten van Beek und Weber insbesondere den Ehrenamtlichen in den Vorständen und Prüfungsausschüssen sowie den Mitarbeitenden im Haus, die den Dienstleistungsgedanken leben und jährlich über 3.000 Teilnehmende in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten betreuen. Mit Zuversicht blickt die Kreishandwerkerschaft Essen auf das nächste Vierteljahrhundert: „Handwerk hat Innovation nie verschlafen – wir gehen weiter mutig voran“, erklärte Weber abschließend.

Foto zur redaktionellen Verwendung: v. l.: Martin Weber, Thomas Schürmann, Martin van Beek, Claudia van Beek, Thomas Kufen und Andreas Ehlert

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